31.01.2020

Alles, was Sie schon mal über das Vorsatzpapier wissen wollten…

Das Vorsatzpapier ist für ein Buch so wichtig, wie das Futter für den Mantel: es ist unentbehrlich. Bei einem sorgfältig fertiggestellten Vorsatz macht sich der Nutzer überhaupt keine Gedanken darüber. Wenn man dem Vorsatzpapier aber etwas Beachtung schenkt, merkt man, dass es das Druckwerk als Ganzes ideal ergänzt.

Vorsatzpapier – was ist das? Und wozu dient es?

Die Erklärung dieses Begriffs ist komplex und würde den Laien in Verwirrung bringen, ohne diesen Sachverhalt zu klären. Schließlich klingt die Definition, laut der das Vorsatzpapier „ein gefalztes, bedrucktes bzw. nicht bedrucktes Doppelblatt, meistens mit einer größeren Grammatur, das innen an die Buchdecke geklebt wird und mit dem Buchblock verbunden ist“ ist, nicht gerade benutzerfreundlich. Wenn man das Buchdrucker-Kauderwelsch in die Sprache eines Ottos Normalbürgers übersetzt, ist das Vorsatzpapier ein sehr wichtiger, stabilisierender Bestandteil eines Druckwerkes. Wir befassen uns hier mit dem Vorsatzpapier, das beim Hardcover und bei der Integralbindung eingesetzt wird.

Beim Vorsatzpapier handelt es sich um ein gefalztes Doppelblatt, das den Umschlag mit dem Buchblock verbindet. Außerdem verdeckt es das, was wir nicht sehen wollen, und zwar den Einschlag (Teil des Überzugs) und die Pappe, aus der der Umschlag gefertigt ist. Falls Ihnen die Begriffe „Überzug“ und „Umschlag“ nicht ganz geheuer sind, lesen Sie bitte den Beitrag über den Aufbau eines Buches. Viel einfacher ist es aber, sich „organoleptisch“ davon zu überzeugen, was ein Vorsatzpapier denn nun wirklich ist. Dazu braucht man nur ein beliebiges Buch mit einem Hardcover in die Hand zu nehmen, um zu sehen, wie der Buchblock mit dem Umschlag verbunden ist. Dieses unscheinbare Blatt, das alles zusammenhält, das ist das Vorsatzpapier. Da dieser Bestandteil eines Buches großen Belastungen ausgesetzt ist, muss der Stoff, aus dem es besteht, robust und darf nicht durchsichtig sein. Schön wäre es auch, wenn es optisch etwas zu dem Erscheinungsbild eines Buches beiträgt. An dieses kleine Stück Papier werden hohe Anforderungen gesetzt, nicht wahr?

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Warum ist das Vorsatzpapier denn nun so wichtig?

Die Antwort liegt auf der Hand – es ist ein Überraschungsfaktor beim Lesen und soll den Leser dazu überreden, genau dieses Buch zu wählen. Machen wir uns nichts vor – ein Buch wird nicht nach seinem Umschlag bewertet, doch oft entscheidet man sich für ein bestimmtes Buch wegen seiner Optik. Jeder von uns mag schöne Gegenstände, also greifen wir lieber zu etwas, was optisch ansprechend ist. Ein Buch mit einem fantasievoll gestalteten Vorsatzpapier gibt dem Leser das Gefühl, dass es mit größter Sorgfalt ausgearbeitet ist. Es weist auch auf einen wertvollen Inhalt. Der beste Beweis aber, dass ein schönes Vorsatzpapier keine Zeit- und Geldverschwendung ist, sind die in diesem kurzen Beitrag vorgestellten Bilder. Das sind Bücher, die auf unseren Fertigungslinien entstanden sind und deren Vorsatzpapier einen großen Eindruck auf uns gemacht hat.

Ein nicht bedrucktes Vorsatzpapier

Wenn wir uns keine Gedanken über das Vorsatzpapier machen und es unbedruckt lassen wollen, haben wir zwei Möglichkeiten. Entweder wir entscheiden uns für ein herkömmliches Vorsatzpapier in Weiß oder wir nehmen Eines in einer bestimmten Farbe. In unserer Druckerei wird für das Vorsatzpapier in der Regel weißes, nichtbeschichtetes Papier mit einem Flächeninhalt von 140 g/m2 verwendet. Beim bunten Vorsatzpapier empfiehlt sich massegefärbtes Papier (wir verwenden am häufigsten Papier mit einem Flächeninhalt von 160 g/m2).

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Eine entsprechend angepasste Farbe des Vorsatzpapiers hat großes Gestaltungspotenzial und kann viel zur Optik eines Buches beitragen. Schön anzusehen sind kontrastreiche Elemente – z.B. ein schwarzer Umschlag mit einem roten Vorsatzpapier. Eine gute Idee ist auch ein Vorsatzpapier, das in einem ähnlichen Farbton wie der Umschlag gehalten ist.

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Es gibt auch Buchwerke, die förmlich nach einem Vorsatzpapier in einer ganz bestimmten Farbe schreien. Bei einem Bilderband mit Bildern und Umschlag in dunklen Tönen sollte man auch ein Vorsatzpapier in ähnlichen Farben in Erwägung ziehen. Durch diesen einfachen, gestalterischen Trick wird der Bilderband zu einem Ganzen. Und was tun, wenn es unter den massegefärbten Papiersorten keinen uns ansprechenden Farbton gibt? In diesem Fall wird das Vorsatzpapier vollständig mit der gewünschten Farbe bedruckt (Apla)…

Ein bedrucktes Vorsatzpapier

Ein bedrucktes Vorsatzpapier ist gar nicht so schwierig zu entwerfen. Dateien für das Vorsatzpapier werden auf ähnliche Weise vorbereitet wir sonstige Druckdaten. Die wichtigste Information – eine Grafik sollte in einer gesonderten Datei gespeichert werden. Wenn das Vorsatzpapier in derselben Datei wir der Buchinhalt gespeichert wird, ist das Ergebnis weit davon entfernt, was man sich eigentlich gewünscht hat. Anstatt des Vorsatzpapiers präsentiert sich auf den ersten Seiten des Druckwerkes die vorbereitete Grafik.

Und wie sieht die Sache mit den Maßen aus? Wie Sie bereits wissen, ist das Vorsatzpapier ein gefalztes Doppelblatt und weist dieselben Maße wie das Mittelblatt auf. Aus diesem Grund sollten wir die Breite von zwei nebeneinander liegenden Seiten addieren (das Höhenmaß ändert sich nicht). Bei Bedarf muss ein Anschnittrahmen berücksichtigt werden (mehr dazu finden Sie in unserem Lehrvideo). An dieser Stelle verraten wir Ihnen einen kleinen Lifehack – falls Sie bei den Berechnungen auf Nummer sicher gehen wollen, nutzen Sie doch die auf unserer Website verfügbare Option „Umschlagaufriss erstellen“ 😉 Wenn man die Bindeart in ein „Softcover mit Rückendrahtheftung“ ändert, haben wir den Aufriss vom Vorsatzpapier direkt vor Augen.

Wenn wir das Format bereits kennen, können wir zum nächsten Schritt übergehen. Was sollte man eigentlich auf dem Vorsatzpapier platzieren? Hierbei stehen uns grenzenlose Möglichkeiten offen. Es gibt praktisch nichts, was uns dabei einschränken könnte. Man kann zwischen einer Zeichnung, einem geometrischen Muster oder einem subtilen, einfarbigen Detail wählen – Hauptsache, es steht im Einklang mit dem Charakter der Veröffentlichung.

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Wir gehen davon aus, dass es uns in diesem kurzen Beitrag gelungen ist, auf alle wichtigen Infos über das Vorsatzpapier einzugehen. Sollten Sie aber weiterhin Zweifel haben, kontaktieren Sie bitte unsere Verkaufsabteilung und wenden sich mit Ihren Fragen an deren MA. Wir glauben fest daran, dass wir Sie davon überzeugen konnten, das ein Vorsatzpapier eine echte Deko eines jeden Druckwerkes sein kann.

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Lidia Piasecka

Grafikdesignerin bei Totem.com.pl. Sie schreibt, weil sie es mag, aber nur dann, wenn sie gerade nicht am Zeichnen ist.
Großer Fan von Oldschool-Möbeln, die sie eigenhändig wieder zum Strahlen bringt. Außerdem liebt sie Katzen, Nachtschwärmer und Mumins.

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